Chorgemeinschaft Föhrste

  Mitglied im Niedersächsischen Chorverband (DAS) e.V. - Bezirk 3 Alfeld /Leine


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      Chronik Chorgemeinschaft

Die Geschichte der Sängerbewegung in Föhrste geht zurück bis ins Jahr 1886. Am 26. Februar diesen Jahres trafen sich sangesfreudige Männer, um einen Gesangverein zu gründen. Die Gründer nannten ihn "Gesangverein Harmonie". Mit der Industrialisierung wuchs die Zahl der Einwohner im Ort stark an. Schon drei Jahre nach Gründung des ersten Gesangvereins, wurde bereits 1889 ein weiterer Gesangverein gegründet. Wieder waren nur Männer die Sänger. Dieser zweite Verein hieß "Männergesangverein Eintracht". Als neben dem Deutschen Sängerbund, dem der Männergesangverein "Harmonie" angehörte, der Arbeitersängerbund entstand, wurde in Föhrste 1913 ein "Arbeitergesangverein" gegründet. Der Arbeitergesangverein war ein gemischter Chor. Jetzt waren drei Gesangvereine im Ort vorhanden.

Während des I. Weltkriegs ruhte das Leben dieser Gesangvereine. Nach dem I. Weltkrieg traten dann aufgrund vieler im Krieg gefallener Sänger und neuer politischer Verhältnisse notwendige Veränderungen in den Vereinen ein. Der zuletzt gegründete Arbeitergesangverein erfuhr jetzt einen regen Zuspruch, während die anderen beiden Vereine kaum noch Sänger in ihren Reihen hatten. Schon 1918 schlossen sich deshalb "Harmonie" und "Eintracht" zu einem Gesangverein zusammen. Auf "Männergesangverein Föhrste" einigten sich die Verantwortlichen als neuen Namen. Bis 1933 existierten der Arbeitergesangverein und der Männergesangverein nebeneinander. In diesem geschichtsträchtigen Jahr wurde der Arbeitergesangverein dann durch die neuen Machthaber verboten und aufgelöst. Einige Mitglieder schlossen sich daraufhin dem weiter geduldeten "Männergesangverein Föhrste" an. Der folgende II. Weltkrieg verhinderte dann wieder jegliches Vereinsleben.

Nach dem Ende des II. Weltkrieges ging es dann schnell mit dem Singen weiter. Bereits am 21. Januar 1946 versammelten sich Föhrster Einwohner zu einem kulturellen Neubeginn. Es wurde von ihnen die Kulturgemeinschaft Föhrste gegründet. Laut Kontrollratsgesetz durfte in jedem Ort nur ein Verein bestehen. Die neugegründete Kulturgemeinschaft gliederte sich in vier Abteilungen: Gesangverein, Theatergruppe, Mandolinengruppe und Literarische Arbeitsgemeinschaft. Neben dem Männergesangverein existierte jetzt auch noch ein Frauenchor. Teilweise wurde dann schon im gemischten Chor gesungen. Bis zu 80 Sänger und Sängerinnen waren in dieser Zeit aktiv. Eine enorme Anzahl. Seit 1946 sind die Sänger auch Mitglied im Deutschen Allgemeinen Sängerbund e.V.. Gesungen wird seit dieser Zeit im Gasthaus Schaper, erst auf dem kleinen Saal, heute im neuen Anbau.

Bald wurde der Ruf nach einer eigenen Fahne laut. Um an die bisherige Sängerbewegung im Ort mit all seinen Sängern zu erinnern, wurde Anfang der fünfziger Jahre auf Vorschlag von August Look aus den noch beiden vorhandenen Fahnen der Vereine "Harmonie" und "Eintracht" eine Fahne gefertigt. Die Fahne des Arbeitergesangvereins war nicht mehr aufzufinden. Trotzdem wurde an die neue Fahne eine Fahnenschleife hinzugefügt mit dem Spruch, den schon das alte Banner getragen hatte: "Sind wir von der Arbeit müde - ist noch Kraft zu einem Liede".

      

Seit 1958 wurde dann nur noch gemischt gesungen. 1961 wurde die Kulturgemeinschaft in Chorgemeinschaft umbenannt. Dieser Name, verbunden mit all seinen Mitgliedern, ist von diesem Jahr an bis heute fester Bestandteil des kulturellen Namengut in Föhrste.1961 war auch das Jahr, in dem die Chorgemeinschaft ihre erste Satzung bekam. 1984 wurde diese durch eine neue ersetzt.

Als herausragende Ereignisse der langen Sängergeschichte sind vornehmlich die zu nennen, die nach 1945 stattfanden. Aber auch schon in den Anfängen der Sängerbewegung in Föhrste schnitten Sänger bei den Wertungssingen immer gut ab. 1948 fand der erste große Auftritt nach dem Krieg bei einem Gesangkonzert in Alfeld im Kaiserhof mit dem Namen "Singen der Vierhundert" statt. 1949 konnte dann sogar beim Bezirkssängerfest in Delligsen und beim Sängerfest auf der Marienburg je ein Gesangstück des Komponisten Karl Meinberg, zu dem durch den damaligen Chorleiter Werner Dockhorn und dem Verleger Adolf Hampe eine enge Verbindung bestand, uraufgeführt werden. Dabei handelte es sich um die Lieder "Der Rattenfänger" in Delligsen und "Gesang des Lebens" auf der Marienburg. 1956 sang der Chor im Rundfunk in der Sendung "Niedersachsen singt". Im Rahmen der 1250 Jahrfeier 1992 wurde vom NDR aus Föhrste live gesendet. Die Chorgemeinschaft war dabei mit einem Lied zu sehen und zu hören. Der bisher letzte große Auftritt fand im Juni 2000 in der Aula des Gymnasiums Alfeld statt. Dort wurde an einem Konzert anlässlich der gleichzeitig in Hannover stattfindenen EXPO ( Weltausstellung ) teilgenommen.

An kulturellen Veranstaltungen sind das alljährliche Waldfest des Dreierbundes Warzen - Gerzen - Föhrste, welches es leider heute nicht mehr gibt, die zahlreich durchgeführten Freundschaftssingen zu Jubiläen, eigene Sängerfeste, den Konzerten in Föhrste auf dem Saal des Gasthauses Schaper, in der Kirche und in der neuerbauten Sporthalle des Ortes, sowie die gemeinsamen Auftritte mit der Kulturgemeinschaft Hörsum bei überörtlichen Konzerten zu nennen. Außerdem wird die Geselligkeit im Vereinsleben seit jeher großgeschrieben. Zu erwähnen ist hier das jährliche Treffen an der Sängerbank. Der Höhepunkt war das Fest zum 100 jährigen Jubiläum. Stolz ist die Chorgemeinschaft über die Auszeichnung mit der Zelterplakette, die ihr am 19. April 1986 im Rahmen einer Feierstunde in Schapers Krug vom damaligen Oberkreisdirektor für 100 jähriges Bestehen überreicht wurde.

      

      

Aktuell zählt die Chorgemeinschaft 57 Mitglieder, welche sich aus 30 fördernden Mitgliedern , 25 aktiven Sängern und 2 Ehrenmitgliedern (Magdalene Lehmensiek und Magdalene Herzog) zusammensetzt. Die aktiven unterteilen sich in 20 Frauen und 5 Männer. Wie diese Zahlen belegen hat sich das Verhältnis von Mann und Frau im Prinzip umgedreht. Waren es anfangs nur Männer, so sind es heute fast nur noch Frauen, die singen. Bedenklich ist der Altersdurchschnitt der aktiven Sänger mit 70 Jahren. Ändert sich daran nichts, so könnte die lange Geschichte der Chorgemeinschaft Föhrste bald zu Ende gehen. Dieser negative Trend ist nicht nur in Föhrste zu verzeichnen. Die Chorgemeinschaft Föhrste ist nur ein Beispiel für das heute vorherrschende allgemeine Erscheinungsbild der aus der Historie gewachsenen Chöre.

Sehr wichtig in einer Chronik ist es diejenigen zu nennen, welche sich durch die Übernahme einer Funktion in der Sängerbewegung um diese auch verdient gemacht haben. Von den Anfängen 1886 bis 1945 sind nachfolgende Namen überliefert worden: Gustav Grotjahn, Lehrer Carl Brinkmann, Karl Haun, August Jahns, Fritz Oppermann, August Fricke, Wilhelm Fricke, August Bues, Heinrich Siedentopf, August Buchhage, Heinrich Ahrens, Fritz König, Lehrer Karl Sandvoß, Wilhelm Buchhage, Erich Tegtmeyer. Diese Namenliste ist nicht komplett, da leider keine weiteren Informationen vorliegen.

Vollständig können dagegen die Funktionsträger genannt werden, welche seit der Gründung der Kulturgemeinschaft Vorstandsarbeit geleistet haben. Festzuhalten ist, dass es nur wenige Wechsel im Vorstand gegeben hat und somit eine Kontinuität der Arbeit gewährleistet war und ist.

Als 1. Vorsitzende waren bis heute für die Chorgemeinschaft tätig:
Wilhelm Hahne (1946 - 1951), Hermann Ewe (1951 - 1953), August Look(1953 - 1973), Alfred Denecke (1973 - 1992), Heinz Schrader (1992 - 2007), Sigrid Schieck (2008 - heute)

Weitere Vorstandsaufgaben nahmen für die Chorgemeinschaft wahr:
Wilhelm Ahlbrecht, Willi Mischerikow, Gustav Klingebiel, Friedrich Schlie, Helga Fricke, Martha Hunsrügge, Irmgard Look, Waltraud Zierl, Marianne Fischer, Ilse Keuntje, Marie-Luise Mührer, Renate Tospann, Helga Janusch, Willi Lohmann, Karl-Heinz Fischer, Helga Unterluggauer, Margit Hoppe, Hermann Mönkemeyer, Walter Mönkemeyer, Willi Koch, Klaus-Dieter Pfetzing, Magdalene Lehmensiek, Helmut Lehmensiek, Günter Janusch, Willi Look

Die musikalische Leitung lag bisher in den Händen von:
Fritz König ( 1946 - 1947 ), Fritz Göke ( 1946 - 1947 ), August Look ( 1947 - 1948 ), Albert Henkel ( 1948 - 1949 ), Werner Dockhorn ( 1949 - 1958 ), Friedrich Möller ( 1958 - 1968 ), Karl-Heinz Fischer ( 1968 - 2003 ), Hans-Georg Schumann (2004 - heute)

Der aktuelle Vorstand der Chorgemeinschaft setzt sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzende:

Sigrid Schieck

2. Vorsitzende:

Waltraud Zierl

Schriftführerin:

Helga Unterluggauer und Sigrid Schieck

Kassiererin:

Helga Unterluggauer

Zum erweiterten Vorstand gehören:

Liederwart:

Irmgard Look

Notenwart:

Marianne Fischer

Dirigent:

Hans-Georg Schumann

      

  Kontaktadresse
   Sigrid Schieck
   Schimmeck 25a
   31061 Alfeld
   05181/8 25 65

Übungsabend jeden Mittwoch von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr.


      120 Jahre Chorgesang, 60 Jahre Chorgemeinschaft, 14.10.2006
      

      Chorgemeinschaft Föhrste, 26.11.2010
      

      Chorgemeinschaft Hörsum und Föhrste, 26.11.2010